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Anny Hartmann

Politisches Kabarett

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Jürgen Stohrer schrieb am 3. November 2023 um 22:37
Zunächst: ich finde es prinzipiell gut, wenn in einem Kabarett-Programm der Klimawandel als Schwerpunkt gewählt wird. Und Kompliment zu der recht gelungenen Darstellung der 9 wesentlichen Irrtümer in der Klimadebatte. Leider musste ich auch beim heutigen Abend wieder mal den komplett unsinnigen Begriff "CO2-Verbrauch" hören (korrekt: CO2-Erzeugung) , oder vom biogenen CO2, das die Bäume "erzeugen" (korrekt : verbrauchen). Auch die Darstellung, Kernkraft würde nichts gegen Klimawandel helfen, ist nachweislich falsch (bitte einfach mal James Hansen (Storms of my grandchildren) lesen - es geht nur noch um die Wahl eines kleineren statt eines größeren Übels). Schlimmer erscheint mir der Mythos, der Kapitalismus (oder die Fossilindustrie oder die Lobbyisten in der Regierung...) wären schuld am Klimawandel. Das sind Verschwörungsmythen, die zu Recht bei anderen Themen bekämpft werden. Die schlusssendliche Schuld liegt sehr wohl am Lebensstil jedes einzelnen bei uns, und es ist der 10. wesentliche (und vielleicht wesentlichste) Irrtum in der Klimadebatte, man könne diese einfach auf irgendwelche Organisationen oder die Gesellschafts- oder Wirtschaftsform abwälzen. Wer diesem Irrtum aufsitzt, der darf sich dann wundern, warum selbst die halbwegs überschaubaren Folgen des Gebäudeenergiegesetzes zu dem massiven Aufruhr in der Gesellschaft führten - wenn es an den eigenen Lebenswandel geht, ist für die allermeisten nämlich Schluß (ein Grund, warum ich tief pessimistisch bzgl. des Klimawandels bin, und worin die grundlegende Tragik des Klimawandels liegt: die Radikalität des für das Netto-Null-Ziel notwendigen Wandels wird in einer demokratischen Gesellschaft nicht akzeptiert). Kurz und knapp: die Problematik des Klimawandels ist zu gewichtig, um mit falschen Fakten und halbgaren Schuldzuweisungen zu arbeiten. Und last not least: ich halte es für deplatziert und mehr als fragwürdig, den Verteidigungskrieg der Ukraine als von Profitinteressen der Rüstungsindustrie getrieben darzustellen. Mit Verlaub, das ist nicht "Treten nach oben", sondern nach unten - hier trampeln Sie auf Menschen herum, die unter extremen Umständen um ihre Freiheit kämpfen. Bin daher vom geistigen Leichtgewicht und dem wenig reflektierten Ansatz dieses Programms enttäuscht.
Administrator-Antwort von: Anny Hartmann
Hallo Herr Stohrer, wenn Sie tatsächlich der Meinung sind, dass der Kapitalismus keine Schuld am Klimawandel hat, dann weiß ich nicht, was ich hier noch schreiben soll... da sind wir beide wohl vom jeweiligen Reflektionsgrad enttäuscht 😉 Beste Grüße, Anny Hartmann
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