"Sie sind das Methadon-Programm für Volker Pispers Fans. Ihre Programme sind die Sesamstraße für politische Bildung."
(Fan aus Hamburg)
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Yvonne Evers
schrieb am 24. Oktober 2018
um
21:49
Liebe Anny Hartmann,
Vor ein paar Wochen fand im Bürgerhaus Stollwerck in Köln eine Veranstaltung der AfD statt. Dies hat in Köln zu großen Diskussionen geführt, da sich das Bürgerhaus ja eigentlich als linksliberale Anlaufstelle und offener Veranstaltungsort sieht und darstellt, was sich aus meiner Sicht nicht mit dem rechtsradikalen Gedankengut der AfD vereinbar ist. Jetzt stecken meine Freunde und ich, die wir seit mehreren Jahren immer gerne Ihren Benefiz Jahresrückblick besucht haben, in einer Zwickmühle. Einerseits möchten wir keine weiteren Veranstaltungen mehr im Bürgerhaus Stollwerck besuchen (zumal die Reaktion der verantwortlichen Entscheidungsträger nicht nachvollziehbar und uneinsichtig ist), allerdings möchten wir Sie auch nicht für das Fehlverhalten Anderer „abstrafen“. Was würden Sie an unserer Stelle tun? Unter folgendem Link ist eine Stellungnahme des Bündnisses Köln gegen Rechts zu finden.
http://gegenrechts.koeln/tag/buergerhaus-stollwerck/
Beste Grüße,
Yvonne Evers
Administrator-Antwort:
Liebe Yvonne Evers,
wie schön, dass Sie mir durch Ihren Eintrag Gelegenheit geben, Stellung zu beziehen! Mein erster Aufruf ist: kommen Sie weiter ins Stollwerck!
Auch in der Stellungsnahme des Büdnisses steht, man darf die Bürgerhäuser nicht der AfD überlassen - was man aber macht, wenn Zuschauer wie Sie und Ihre Freunde die Bürgerhäuser meiden. Und genau das ist das Konzept der AfD!
Das Stollwerck setzt sich stark für Vielfalt ein und leistet im Veedel sehr wichtige Arbeit.
Ich beziehe auch gern Stellung zu der Vermietung, die dem Stollwerck vorgeworfen wird. Die Bürgerhäuser als städtische Einrichtungen sind verpflichtet, an ALLE Parteien Räume zu vermieten - auch wenn sie das wie im Fall AfD und Stollwerck selber nicht wollen! Leider dürfen die Mitarbeiter dort sich nicht selber offiziell äußern, sie dürfen nur die Sprachregelung der Stadt weiter geben. Die Bürgerhäuser selber wünschen sich mehr Unterstützung von oben, um sich gegen die AfD wehren zu können.
Die AfD hingegen ist, was ihre Rechte anbelangt, extrem gut informiert und nutz alle rechtlichen Möglichkeiten für sich aus. Sie fragen Räume erst anonym an und wenn sie wissen, dass der Raum frei ist, melden sie sich als AfD. Wenn auf notwendige Reparaturen im Raum verwiesen wird, fordert die AfD die Handwerkerrechnungen an, wenn eine andere Vermietung geltend gemacht wird, fordert die AfD Einsicht in die jeweiligen Verträge etc.
Gerade das Stollwerck hat in dieser Hinsicht schon vieles versucht - ich bin dem Stollwerck und seinen Mitarbeitern auch persönlich sehr verbunden und versichere Ihnen: ein Boykott trifft definitiv die Falschen!
Einige Künstler haben ihre Auftritte dort abgesagt - was für ein Fest für die AfD! So weiß diese ganz genau, wann da welcher Raum frei geworden ist...
Also: das beste Mittel ist, den Rechten die Bürgerhäuser nicht zu überlassen und die Bürgerhäuser zu unterstützen, solange sie von der Stadtführung allein gelassen werden mit diesem Problem.
In diesem Sinne, ich hoffe, ich konnte zur Klärung beitragen und wir sehen uns am 12.12. zum Benefiz für die Frauenhäuser!
Solidarische Grüße
Anny Hartmann
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